“Es geht um Leben und Tod!” - beides gehört untrennbar zusammen - und doch fällt es vielen Menschen schwer, über das Sterben zu sprechen. Genau hier setzt der „Letzte Hilfe Kurs“ an, der bundesweit von den Maltesern und regionalen Hospizvereinen für interessierte Bürgerinnen und Bürger angeboten wird. Ziel des Kurses ist es, Berührungsängste abzubauen und grundlegendes Wissen für den Umgang mit schwerkranken und sterbenden Menschen zu vermitteln.
Wie wichtig dieses Angebot ist, zeigte sich auch Anfang Juli im Haus St. Raphael. Der Ambulante Malteser Hospizdienst „DaSein“ hatte gemeinsam mit dem Quartiersnetz Laurensberg zum Seminar eingeladen. Die 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich dem Thema Sterben, Abschied und Begleitung bewusst zu nähern und Fragen zu stellen, die im Alltag oft keinen Raum finden. Während der vierstündigen Veranstaltung vermittelten Sarah Schartner und ihre Kollegin Gabriele Krimpmann das „kleine Einmaleins“ der Sterbebegleitung. Zentrale Aspekte des Kurses waren die Themen „Sterben als Teil des Lebens“, „Vorsorgen und Entscheiden“, „Leiden lindern“ und „Abschied nehmen“.
Diese Themen sind nicht nur im Familien- und Freundeskreis wichtig. Gerade im Hinblick auf den Ausbau einer einfühlsamen und sorgenden Nachbarschaftshilfestruktur im Quartier sind Menschen gefragt, die aufmerksam hinschauen, Mitgefühl zeigen und bereit sind, andere in schwierigen Lebensphasen zu begleiten. Wo Menschen schwer erkranken, braucht es ein sensibles, empathisches, tragendes und sorgendes Umfeld, das der oft empfundenen existenziellen Einsamkeit etwas entgegensetzt und Betroffene ebenso wie ihre Angehörigen in vielfältiger Weise unterstützt. Insofern sollte “die letzte Hilfe” zur ersten Hilfe werden - lange bevor sich erkrankte Menschen in einem finalen Stadium befinden.